Die weltbesten Spieler vor Einführung der offiziellen Weltmeisterschaftskämpfe


Das moderne Schach entstand etwa um 1475 vermutlich im spanischen Valencia durch Änderung der Gangart von Läufer und Dame. An diesem Prozess wesentlich beteiligt waren die Literaten Francesc de Castellví, Narcis Vinyoles, Bernat Fenollar und Francesch Vicent. Dies dürften auch die besten Spieler ihrer Zeit gewesen sein. Zeugnis dieser frühesten Entwicklungsphase ist das katalanische Schachgedicht Scachs d'amor.[1] In der Folge erschienen gedruckte Schachabhandlungen von Juan Ramirez de Lucena und Pedro Damiano, welche an diese Tradition anknüpften.[2] Um die Mitte des 16. Jahrhunderts galt der Spanier Ruy López de Segura als bester Spieler der Welt. Er wurde im Jahre 1575 am ersten internationalen Schachturnier der Geschichte am Hofe des spanischen Königs Philipps II. in Madrid vom Sizilianer Giovanni Leonardo da Cutro geschlagen.


Wilhelm Steinitz

1. Weltmeister (1886 bis 1894)

Geboren am 14.05.1836 in Prag (Tschechien)
Gestorben am 12.08.1900 in New York

Nach seinem überwältigenden Sieg beim großen Internationalen Turnier in London 1883 (vor Steinitz) betrachtete sich Johannes Hermann Zukertort als Champion of the World und forderte Steinitz' Führungsanspruch heraus. Die Schachwelt erwartete einen Zweikampf dieser Rivalen und bekam ihn: Durch seinen 12,5:7,5-Sieg (+10-5=5) über Zukertort im Wettkampf vom 11. Januar bis zum 29. März 1886, der in New York, St. Louis und New Orleans stattfand, gilt Wilhelm Steinitz allgemein als der 1. Schachweltmeister.

29.03.1886 Wilhelm Steinitz gegen Johannes Hermann Zukertort 10,5 zu 7,5 gewinnt Steinitz
24.02.1889 Weltmeister gegen Michail Tschigorin 10,5 zu 6,5 gewinnt Steinitz
09.12.1890 Weltmeister gegen Isidor Gunsberg 10,5 zu 8,5 gewinnt Steinitz
26.05.1894 Weltmeister gegen Wilhelm Steinitz 12,0 zu 7,0 gewinnt Dr. Emanuel Lasker

Dr. Emmanuel Lasker

2. Weltmeister (1894 bis 1921)

Geboren am 24.12.1868 in Berlin (Deutschland)
Gestorben am 11.01.1941 in New York

Lasker war insgesamt 27 Jahre von 1894 bis 1921 Weltmeister. Seine überragende Stellung in der Schachwelt jener Zeit ist unbestritten. Allerdings war seine Weltmeisterschaft auch dadurch geprägt, dass er Zweikämpfen ungewissen Ausganges durch das Aufstellen nur schwer zu erfüllender Bedingungen aus dem Weg zu gehen wusste. So kam es nicht zu einem von der Schachwelt gewünschten Wettkampf mit dem polnischen Meister Akiba Rubinstein. Das Kräftemessen mit José Raúl Capablanca fand erst 1921 statt.

26.05.1894 Dr. Emanuel Lasker gegen Weltmeister 12,0 zu 7,0 gewinnt Dr. Emanuel Lasker
06.04.1907 Weltmeister gegen Frank James Marshall 11,5 zu 3,5 gewinnt Dr. Emanuel Lasker
30.11.1908 Weltmeister gegen Siegbert Tarrasch 10,5 zu 5,5 gewinnt Dr. Emanuel Lasker
09.12.1909 Weltmeister gegen David Janowski 8,0 zu 2,0 gewinnt Dr. Emanuel Lasker
10.02.1910 Weltmeister gegen Carl Schlechter 5,0 zu 5,0 unentschieden und bleibt Dr. Emanuel Lasker Weltmeister
08.12.1910 Weltmeister gegen David Janowski 9,5 zu 1,5 gewinnt Dr. Emanuel Lasker
28.04.1921 Weltmeister gegen José Raúl Capablanca 5,0 zu 9,0 gewinnt José Raúl Capablanca

José Raúl Capablanca

3. Weltmeister (1921 bis 1927)

Geboren am 19.12.1888 in Havanna (Kuba)
Gestorben am 08.03.1942 in New York City

Capablanca dominierte die Schachturniere in den 1920er Jahren und war vor allem für sein tiefes positionelles Verständnis berühmt. Auf Initiative Capablancas wurden 1922 am Rande des Londoner Turniers erstmals Regeln („The London Rules“) für künftige Weltmeisterschaftskämpfe aufgestellt, die von den anwesenden führenden Meistern akzeptiert wurden. Die Klauseln erlegten dem Herausforderer die Mühe auf, das Preisgeld einzuwerben. Ein WM-Match sollte ferner auf sechs Gewinnpartien angesetzt sein.[7] Den Herausforderer Capablancas ermittelte 1927 ein − gemäß den Londoner Regeln ursprünglich nicht vorgesehenes − Kandidatenturnier in New York, an dem Capablanca selbst teilnahm. Hinter dem Weltmeister belegte Alexander Aljechin den zweiten Platz. Nachdem Aljechin in Argentinien Sponsoren für den Wettkampf gefunden hatte, kam es vom 16. September bis zum 29. November 1927 in Buenos Aires schließlich zum langerwarteten Wettkampf um die Weltmeisterschaft. Capablanca verlor gegen Aljechin mit 3:6 bei 25 Remispartien. Er versuchte in der Folgezeit vergebens, seinen Nachfolger zu einem Revanchekampf zu bewegen. Die Londoner Regeln kamen später nicht wieder zur Anwendung..

28.04.1921 José Raúl Capablanca gegen Weltmeister 9,0 zu 5,0 gewinnt José Raúl Capablanca
29.11.1927 Weltmeister gegen Alexander Aljechin 15,5 zu 18,5 gewinnt Alexander Aljechin

Alexander Aljechin

4. Weltmeister (1927 bis 1935)

Geboren am 31.10.1892 in Moskau (Russland)
Gestorben am 24.03.1946 in Estoril (Portugal)

Durch seinen spektakulären Sieg über Capablanca bestieg Aljechin 1927 den Schachthron. Obwohl er seinem Vorgänger einen Revanchewettkampf versprochen hatte, wich Aljechin in den nächsten Jahren Capablanca aus und ein Rückkampf kam nicht zustande. Statt dessen spielte er folgende Wettkämpfe: Vom 6. September bis zum 17. November 1929 verteidigte er seinen Titel erfolgreich gegen Efim Bogoljubow. Endergebnis: 15,5:9,5 (+11-5=9). Der Wettkampf wurde teilweise in den Niederlanden (verschiedene Orte) und Deutschland (ebenfalls an verschiedenen Orten) gespielt.

29.11.1927 Alexander Aljechin gegen Weltmeister 18,5 zu 15,5 gewinnt Alexander Aljechin
17.11.1929 Weltmeister gegen Efim Bogoljubow 15,5 zu 9,5 gewinnt Alexander Aljechin
14.06.1934 Weltmeister gegen Efim Bogoljubow 15,05 zu 10,5 gewinnt Alexander Aljechin
15.12.1935 Weltmeister gegen Max Euwe 14,5 zu 15 ,5 gewinnt Alexander Aljechin

Dr. Max Euwe

5. Weltmeister (1935 bis 1937)

Geb.am 20.05.1901 in Amesterdam (Niederlande)
Gestorben am 26.11.1981 in Amesterdam

Der Niederländer Machgielis (Max) Euwe konnte durch seinen Sieg über Aljechin zwei Jahre lang den Weltmeistertitel für sich beanspruchen. Er war der einzige Amateur, der den Titel Schachweltmeister innehatte. Hierdurch war er auch als einer der Kandidaten für das Weltmeisterschaftsturnier von 1948 prädestiniert, bei dem er sich jedoch nicht durchzusetzen vermochte.


15.12.1935 Dr. Max Euwe gegen Weltmeister 15,5 zu 14,5 gewinnt Dr. Max Euwe
1937 Weltmeister gegen Alexander Aljechin 9,5 zu 15,5 gewinnt wieder Alexander Aljechin


Alexander Aljechin

Zweimaliger Weltmeister (1937 bis 1946)

Geboren am 31.10.1892 in Moskau (Russland)
Gestorben am 24.03.1946 in Estoril (Portugal)

1937 gelang es ihm im Revanchekampf gegen Euwe, den Titel zurückzugewinnen. Endergebnis: 15,5:9,5 (+10-4=11). Gespielt wurde vom 5. Oktober bis zum 7. Dezember wieder in verschiedenen niederländischen Städten.

1937 Alexander Aljechin gegen Weltmeister 15,5 zu 9,5 gewinnt wieder Alexander Aljechin

Das Weltmeisterschaftsturnier von 1948

2 Jahre nach dem Tod Alexander Aljechins wurde der Weg frei für die Ausrichtung der Weltmeisterschaftskämpfe durch den Weltschachverband (FIDE). Der von der FIDE gekürte und als solcher auch allgemein anerkannte Weltmeister (die FIDE ernannte bereits 1928 Efim Bogoljubow zum offiziellen Champion der FIDE) wurde im Weltmeisterschaftsturnier 1948 ermittelt, das Michail Botwinnik für sich entscheiden konnte.

An dem Turnier, veranstaltet vom 1. März bis zum 18. Mai 1948 in Den Haag und Moskau, nahmen neben Michail Botwinnik Paul Keres, Wassili Smyslow, Samuel Reshevsky und Ex-Weltmeister Max Euwe teil. Der ursprünglich gleichfalls als Teilnehmer vorgesehene amerikanische Großmeister Reuben Fine verzichtete. Die fünf Teilnehmer spielten jeder gegen jeden fünf Partien. Endergebnis


Michail Botwinik

6. Weltmeister (1948 bis 1957)
Geboren am 17.08.1911 in kuokkala (Finnland)
Gestorben am 05.05.1995 in Moskau (Russland)

Von diesem Jahr an übernahm die FIDE die Organisation der Wettkämpfe. Das neue Weltmeisterschaftsregelment sah vor, dass der Weltmeister den Titel alle drei Jahre verteidigen musste. Der jeweilige Herausforderer wurde durch Zonen-, Interzonen- und Kandidatenturniere ermittelt. Bis 1963 galt zudem die Regel, dass dem Weltmeister im Falle eines Titelverlustes ein Revancherecht ein Jahr später zustehen sollte.

Zwischen 1948 und 1957 spielt der Weltmeister 3 mal um die Schachweltermeisterschaft.

1. 1951 gegen David Bronstein das Ergebnis 12-12 Da er unentschieden gespielt hat, blieb er weiterhin Weltmeister.
2. 1954 gegen Wassili Smyslow das Ergebnis 12-12 Da er unentschieden gespielt hat, blieb er weiterhin Weltmeister.
3. 1957 gegen Wassili Smyslow das Ergebnis 9,5-12,5 Da er verliert den Weltmeistertitel.

Wassili Smyslow

7. Weltmeister (1957 bis 1958)
Geboren am 24.03.1921 in Moskau (Russland)
Gestorben am 27.03.2010 in Moskau (Russland)

Der Zweitplazierte des Weltmeisterschaftsturniers von 1948 konnte Botwinnik 1957 im Weltmeisterschaftskampf bezwingen, unterlag dem alten Weltmeister jedoch ein Jahr später bei dem von den Statuten vorgesehenen Revanchekampf.

1958 gegen Michail Botwinik das Ergebnis 10,5-12,5 Wassili Smyslow verliert den Weltmeistertitel gegen den Ex-Weltmeister.

Michail Botwinik

6. Weltmeister (1958 bis 1960)
Geboren am 17.08.1911 in kuokkala (Finnland)
Gestorben am 05.05.1995 in Moskau (Russland)

Von diesem Jahr an übernahm die FIDE die Organisation der Wettkämpfe. Das neue Weltmeisterschaftsregelment sah vor, dass der Weltmeister den Titel alle drei Jahre verteidigen musste. Der jeweilige Herausforderer wurde durch Zonen-, Interzonen- und Kandidatenturniere ermittelt. Bis 1963 galt zudem die Regel, dass dem Weltmeister im Falle eines Titelverlustes ein Revancherecht ein Jahr später zustehen sollte.

1958 gegen Wassili Smyslow das Ergebnis 12,5-10,5 gewinnt Botwinik noch einmal den Weltmeistertitel.
1960 gegen Michail Tal das Ergebnis 8,5 - 12,5 Botwinik verliert den Weltmeistertitel gegen Michail Tal.

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